Tagua („Stein-Nuss“, „pflanzliches Elfenbein“, wissenschaftlicher Name „Phytelephas macrocarpa“) ist der Kern einer Palme, welche in Lateinamerika in den Gebieten Panamá, Ekuador, Brasilien, Peru und Kolumbien wächst. Weibliche Exemplare der Tagua-Palme tragen große Früchte, die bis zu 10 kg schwer werden können. Die Früchte wachsen in Gruppen, so genannten „Cabezas“ und jede Cabeza enthält Gruppen von Samenkernen. Meistens sind diese Tagua-Palmenkerne in etwa 5 cm lang. Man kann aus der Tagua kein Öl gewinnen. Das Tagua-Mehl wird an Zuchttiere verfüttert. Tagua-Kerne lassen sich nach deren Trocknung bohren, schneiden, schnitzen, mit Lebensmittelfarben einfärben, auskochen und nehmen eine sehr hohe Politur an. Die ursprüngliche Maserung bleibt durch das Auskochen mit Lebensmittelfarben erhalten! Die Farbe hält aufgrund der hohen Temperaturen beim Färben extrem gut! In Kolumbien, dem Ursprungsland unserer Schmuck- und Life-Style-Artikel, stellen die Manufaktur und der Handel mit den aus Tagua gefertigten Produkten eine sehr wichtige Einnahmequelle dar, vor allem in vielen länglichen Regionen. Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker geben die Tradition dieser Handwerkskunst über Generationen weiter. Es ist eine spezielle Fähigkeit, die Kombinationen der einzelnen Tagua-Teile so zu wählen, dass wunderschöne Colliers, Ringe, Armbänder und Ohrhänger entstehen und bei Kundinnen und Kunden in der ganzen Welt gut ankommen. Exporte von Tagua-Schmuck helfen bei der Stärkung der ländlichen Strukturen in Lateinamerika, weil durch die Verarbeitung vor Ort der Mehrwert der produzierten Güter im Land bleibt und damit eine echte nachhaltige Alternative zu den konventionellen Geschäften mit Exporten von Primär-Gütern (Rohöl, grüne Kaffeebohnen, Kakao, Rohrzucker) entsteht.